Archiv für Unterschicht

#100: Gedächtnislücken

Posted in In eigener Sache with tags , , , , , , , , , , , on 31/07/2011 by Keyser Söze

Ich war fast das gesamte Wochenende über mit Freunden unterwegs, und habe dementsprechend natürlich kräftig gesoffen. Heute früh wurde ich in einem Gebüsch wach, unweit des Bochumer Hauptbahnhofes. Wie ich überhaupt nach Bochum gekommen bin, weiß ich leider nicht mehr. Ist aber auch eigentlich egal – als ich nämlich meine Taschen durchwühlte, fand ich darin fast 12.000 €. Ich habe nicht die geringste Ahnung woher die sind, aber sie waren halt da. Meine Bankkonten sind unangetastet und ich hatte vorher auch nur knapp 150 € mit. Ein wahres Mysterium also.

Außerdem waren meine Schuhe weg, stattdessen hatte trug ich plötzlich Turnschuhe wie aus den 80er Jahren an den Füßen. Ich erinnere mich noch vage wie wir in unsere Schuhe reingepinkelt und sie anschließend durch Fensterscheiben in irgendwelchen Unterschichtsvierteln geschmissen haben. Kann mich aber nicht mehr erinnern wo das war. Nicht mal die Stadt könnte ich auf Anhieb benennen.

Aber macht ja nix, 12.000 € sollten für ein paar schöne neue Schuhe ausreichen. Und wie war euer Wochenende so?

#32: Klassenkampf 2.0

Posted in Propaganda with tags , , , , , , , on 02/07/2011 by Keyser Söze

 

»Wir müssen uns wehren«, sagte also der Kulturmanager. Er würde es gut finden, wenn kleine Gruppen, zwei oder drei Wohlhabende, tertiärer Sektor, nachts maskiert in die Unterschichtwohnungen einsteigen und dort die neuen, teuren Fernseher mit Eisenstangen kaputtschlagen. Wahrscheinlich würde das sogar Spaß machen. Anzünden sei leider zu gefährlich, man wolle ja keine Toten. Er schlage den Wedding vor, der fast ausnahmslos von der Unterschicht besiedelt sei. Im Wedding erwische es immer die Richtigen.

Man müsse Farbdosen dabeihaben, und nach vollbrachter Tat müsse man an die Wand eine Parole sprühen, etwa: »Eure Armut kotzt uns an!« Oder: »Nie wieder Bauer sucht Frau!« Danach geht man an den Kühlschrank und killt die gesamten Biervorräte.

 
Die tatsächliche Existenz des ‚Kulturmanagers‚ ist natürlich ungefähr genauso wahrscheinlich wie fliegende lila Schweine auf dem Mond – tut aber auch nichts zur Sache, Harald Martenstein ist halt ein wahrer Meistertroll.

Hier der Link zum Artikel: http://www.zeit.de/2011/27/Martenstein